VFEDaktuell PLUS 213
Die frisch gedruckte Ausgabe der VFEDaktuell PLUS ist erschienen!
Die personalisierte Ernährung beschreibt einen modernen Ansatz der Ernährungswissenschaft, bei dem Ernährungsempfehlungen nicht mehr ausschließlich auf allgemeingültigen Richtlinien für die Gesamtbevölkerung basieren, sondern auf die individuellen Bedürfnisse eines Menschen zugeschnitten werden. Dabei werden unterschiedliche Einflussfaktoren berücksichtigt, darunter Alter, Geschlecht, Körperzusammensetzung, Gesundheitszustand, Stoffwechsel, genetische Veranlagungen, Darmmikrobiom, Lebensstil sowie persönliche Vorlieben und soziale Rahmenbedingungen. Hintergrund dieser Entwicklung ist die Erkenntnis, dass Menschen nicht immer gleich auf dieselben Lebensmittel reagieren. Während allgemeine Ernährungsempfehlungen eine wichtige Orientierung bieten, können sie individuelle Unterschiede in Stoffwechselprozessen und Krankheitsrisiken nur begrenzt abbilden.
Professorin Dr. Katja Lotz zeigt in ihrem Beitrag, dass personalisierte Ernährung bei Übergewicht, Diabetes und anderen ernährungsbedingten Erkrankungen einen vielversprechenden Ansatz bietet, indem sie individuelle biologische, verhaltensbezogene und soziale Faktoren berücksichtigt und daraus passgenaue Ernährungsempfehlungen ableitet. Eine Schlüsselrolle kommt dabei der Digitalisierung zu. Digitale Gesundheitsanwendungen, Wearables und KI-gestützte Analysen ermöglichen die Erfassung individueller Daten in Echtzeit und unterstützen die Umsetzung personalisierter Empfehlungen im Alltag.
Professorin Dr. Marie-Christine Simon stellt anschaulich dar, dass das Darmmikrobiom künftig eine Schlüsselrolle in der personalisierten Ernährungsmedizin spielen wird. Durch die gezielte Berücksichtigung mikrobieller Profile könnten Ernährungsempfehlungen individueller, wirksamer und präziser gestaltet werden als mit allgemeinen Ernährungsempfehlungen allein. Besonders relevant für die Ernährungswissenschaft ist die Erkenntnis, dass Darmbakterien Nahrungsbestandteile in bioaktive Stoffwechselprodukte umwandeln können. Diese Metaboliten wirken auf unterschiedliche Organsysteme und beeinflussen beispielsweise Entzündungsprozesse, den Blutzuckerstoffwechsel oder das Sättigungsgefühl.
Dr. med. Angeliki Pappa beschreibt in ihrem Artikel die besonderen Herausforderungen für Kinder und Jugendliche mit Diabetes mellitus, die durch Wachstum, hormonelle Veränderungen, einen unregelmäßigen Alltag sowie die Einbindung von Familie, Schule und medizinischem Personal entstehen. Ernährungsseitig gelten grundsätzlich die gleichen Empfehlungen wie für gesunde Gleichaltrige, während sehr kohlenhydratarme oder ketogene Ernährungsformen insbesondere bei Typ-1-Diabetes kritisch bewertet werden.
Vom 18. bis 20. September 2026 findet der nächste VFED-Online-Kongress statt. Das Schwerpunktthema lautet „Adipositas und das metabolische Syndrom“. Ergänzt wird dies durch ein vielfältiges Fortbildungsprogramm zu weiteren ernährungsrelevanten Themen. Das Hauptprogramm ist bereits auf der VFED-Website verfügbar, wo auch die Anmeldung möglich ist. Für Mitglieder ist die Teilnahme wie gewohnt kostenfrei, jedoch ist auch hier eine Anmeldung notwendig.
Unsere jährliche Mitgliederversammlung wird online am Freitag, den 18. September 2026 ab 17:30 Uhr stattfinden. Bitte melden Sie sich per E-Mail (info@vfed.de) an.
Wir wünschen Ihnen eine informative und anregende Lektüre.
Mit herzlichen Grüßen
Ihre VFEDaktuell PLUS-Redaktion